Eine der größten offenen Fragen rund um Grand Theft Auto VI betrifft nicht die Karte oder die Story – sondern die Bildrate. Läuft Rockstars raytracing-lastiger Sandkasten mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde auf aktuellen Konsolen, oder sind Spieler auf 30 festgenagelt? Ein neues Leak besagt, ein 60-FPS-Performance-Modus sei sowohl für die PS5 als auch für die Xbox Series X in Arbeit. Doch die Grafik-Experten von Digital Foundry haben die Idee gedämpft und ein durchgängiges 60 FPS auf den Basis-Konsolen als unrealistisch bezeichnet. Hier ist, was behauptet wird – und warum die Skepsis ernst zu nehmen ist. Wie immer bei Performance-Diskussionen vor dem Launch gilt: Nichts davon ist von Rockstar bestätigt.

Das Gerücht: Ein 60-FPS-Performance-Modus

Die optimistische Behauptung stammt vom polnischen Insider Borys Nieśpielak, der im Podcast Rock and Borys andeutete, Rockstar entwickle zwei Grafikmodi für GTA 6, von denen einer eine 60-FPS-Performance-Option sei. Das Gerücht wurde von Medien wie Windows Central und Insider Gaming verstärkt und deckt sich mit dem, was die meisten Spieler von einer modernen Konsolen-Veröffentlichung erwarten – die Wahl zwischen einem flüssigeren Performance-Modus und einem hübscheren Fidelity-Modus.

Diese Erwartung ist nicht unvernünftig. Nahezu jedes große Open-World-Spiel der aktuellen Generation bietet eine 60-FPS-Option, und für eine Reihe, die auf Fahren und Schießen aufbaut, ist die Reaktionsfreudigkeit von 60 FPS wirklich wichtig. Auf dem Papier ergibt ein Performance-Modus also Sinn.

Digital Foundrys Realitätsprüfung

Digital Foundry – das angesehenste Team für technische Analysen der Branche – kauft es nicht ab, zumindest nicht für die Basis-Hardware. Ihre Skepsis gründet auf einer Analyse von Rockstars eigenen Screenshots und Trailern, und die Argumentation ist technischer Natur, nicht Schwarzmalerei um ihrer selbst willen:

Digital Foundrys Schlussfolgerung: Durchgängige 60 FPS auf einer Basis-PS5 oder Xbox Series X sind für ein derart anspruchsvolles Spiel nicht realistisch. Ein Medium fasste ihre Sicht unverblümt zusammen – 60 FPS auf Konsolen seien „Wunschdenken", während etwas im Bereich von 30 bis 40 FPS plausibler wirke.

Der 40-FPS-Kompromiss

Interessanterweise brachte Digital Foundry einen Mittelweg ins Spiel: einen 40-FPS-Modus. Auf 120-Hz-Displays sitzt 40 FPS sauber zwischen 30 und 60 und liefert ein spürbar flüssigeres Gefühl als 30, ohne die volle CPU-Last von 60. Mehrere aktuelle Großproduktionen haben genau aus diesem Grund 40-FPS-Modi eingeführt, und für ein so schweres Spiel wie GTA 6 wäre es eine kluge Passung. Kann Rockstar keine felsenfesten 60 garantieren, könnte ein gut umgesetzter 40-FPS-Modus der Sweet Spot sein.

Und die Xbox Series S – und die PS5 Pro?

Wenn 60 FPS auf der Series X schon eine Strecke sind, ist die Series S ein noch größeres Kaliber. Microsofts kleinere Konsole hat weniger GPU-Leistung und – entscheidend – weniger Speicherbandbreite, weshalb sie in der Regel auf niedrigere Auflösungen und Effekt-Budgets abzielt. Ein 60-FPS-GTA-6 auf der Series S zu erwarten, wäre optimistisch im Extrem.

Am anderen Ende ist die PS5 Pro der Wildcard. Ihre aufgewertete GPU und das verbesserte Upscaling geben ihr echten Spielraum, höhere Bildraten oder besseres Raytracing als die Basis-Maschinen anzustreben. Falls eine Konsole dem Ideal eines stabilen High-Framerate-GTA-6-Erlebnisses am nächsten kommt, ist die PS5 Pro der wahrscheinlichste Kandidat – was auch in das umfassendere Marketing-Narrativ passt, wonach das Spiel auf PlayStation-Hardware am besten läuft.

Warum das wichtig ist

Die Bildrate prägt, wie sich ein Spiel anfühlt, und für GTA – mit seinen Hochgeschwindigkeitsverfolgungen, Schusswechseln und Polizeifluchten in Sekundenbruchteilen – ist der Unterschied zwischen 30 und 60 FPS nicht kosmetisch. Er wirkt sich auf die Eingabereaktion und die Klarheit in Bewegung aus. Deshalb erzeugen Performance-Gerüchte so viel Hitze und deshalb wird Rockstars eventuelle Bestätigung der Anzeigemodi eines der am genauesten unter die Lupe genommenen Details des gesamten Launches sein.

Vorerst lautet die ehrliche Einschätzung: eine Spannung zwischen Hoffnung und Physik. Das Leak sagt, 60 FPS kämen; die technische Analyse sagt, die Basis-Konsolen können das wahrscheinlich nicht halten, während sie die Raytracing-Grafik liefern, die Rockstar immer wieder zur Schau stellt. Beides kann teilweise wahr sein – ein 60-FPS-Modus könnte existieren, aber mit heftigen Auflösungs- und Effekt-Abstrichen ausgeliefert werden, oder Rockstar landet stattdessen bei einem 40-FPS-Kompromiss.

Fazit

Nimm das 60-FPS-Gerücht als unbestätigt und Digital Foundrys Skepsis als fundierte technische Vorsicht, nicht als endgültiges Urteil. Die realistischsten Erwartungen im Moment: ein 30-FPS-Fidelity-Modus als Basis, eine mögliche 40-FPS-Zwischenoption und ein echter 60-FPS-Modus, der – wenn überhaupt – mit erheblichen visuellen Kompromissen kommt, am ehesten auf der PS5 Pro. Rockstar hat nichts davon bestätigt, und bis die tatsächlichen Performance-Modi von GTA 6 dargelegt sind, bleibt alles hier Analyse und Spekulation.

Wie es weitergeht: Achte darauf, dass Rockstar näher am Launch offizielle Performance- und Anzeigemodus-Details veröffentlicht, und dass Digital Foundry sein Bild-für-Bild-Urteil fällt, sobald das Spiel draußen ist. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald harte Zahlen vorliegen – GTA 6 erscheint am 19. November.